Atelier Hellmüller

    Wasserdichtigkeit der Uhr prüfen

    Die Angabe zur Wasserdichtigkeit einer Uhr wird häufig missverstanden. Bezeichnungen wie WR oder Werte in ATM beschreiben einen im Labor ermittelten Druck, nicht die tatsächliche Alltagstauglichkeit einer gealterten Uhr. Dichtungen bestehen aus Material, das mit der Zeit aushärtet und seine Wirkung verliert, weshalb ein neuer Zustand nicht dauerhaft erhalten bleibt. Dieser Beitrag erklärt neutral, was die Angaben bedeuten, warum Dichtungen altern und weshalb eine verlässliche Prüfung nur mit einem Prüfgerät möglich ist. Zusätzlich finden Sie eine kurze Anleitung, wie Sie im Alltag erste Anhaltspunkte gewinnen.

    Was WR und ATM bedeuten

    Die Kennzeichnung „Water Resistant“ oder ein Wert in ATM beziehungsweise Metern gibt den Druck an, dem die Uhr im Test standgehalten hat. Diese Werte sind theoretische Prüfangaben und keine Zusicherung für eine bestimmte Tauchtiefe im Alltag, denn im Test wirkt der Druck statisch, während beim Schwimmen oder Duschen zusätzliche Belastungen durch Bewegung und Temperaturwechsel hinzukommen. Ein niedriger Wert bedeutet meist Schutz gegen Spritzer, höhere Werte erlauben mehr. Entscheidend ist jedoch, dass diese Angaben nur für eine intakte, korrekt abgedichtete Uhr gelten und mit dem Alter der Dichtungen an Aussagekraft verlieren.

    Warum Dichtungen altern

    Die Dichtheit einer Uhr entsteht durch Dichtungen an Boden, Glas und Krone. Diese bestehen aus elastischem Material, das über die Jahre austrocknet, verhärtet und seine Spannkraft einbüsst. Wärme, Reinigungsmittel, Hautfette und mechanische Belastung beschleunigen diesen Prozess. Ist eine Dichtung spröde geworden, schliesst sie nicht mehr zuverlässig, und Feuchtigkeit kann eindringen, ohne dass man es von aussen sofort bemerkt. Deshalb sollte nach jedem Öffnen des Gehäuses, etwa bei einem Batteriewechsel, die Dichtheit wieder geprüft und die Dichtungen bei Bedarf erneuert werden.

    Warum nur ein Prüfgerät Gewissheit gibt

    Von aussen lässt sich nicht sicher beurteilen, ob eine Uhr noch dicht ist. Eine verlässliche Aussage liefert nur eine gerätegestützte Prüfung. Bei der Trockenprüfung wird die Uhr in einer Kammer Druck ausgesetzt und die minimale Verformung des Gehäuses gemessen, ohne dass Wasser ins Spiel kommt. Bei der Nassprüfung wird die Uhr unter Wasser mit Druck beaufschlagt, wobei aufsteigende Luftblasen eine undichte Stelle verraten. Beide Verfahren zeigen Schwachstellen, bevor Feuchtigkeit Schaden anrichtet. Eine solche Prüfung gehört in fachliche Hände und lässt sich mit einer Revision oder nach einem Batteriewechsel verbinden.

    Wasserdichtigkeit im Alltag einschätzen

    1. 1. Sichtprüfung des Glases

      Prüfen Sie, ob das Glas von innen beschlägt oder Feuchtigkeit sichtbar ist. Solche Spuren deuten darauf hin, dass bereits Wasser eingedrungen sein könnte.

    2. 2. Krone und Drücker kontrollieren

      Achten Sie darauf, dass die Krone vollständig eingedrückt und, falls vorhanden, korrekt verschraubt ist. Eine offene Krone ist eine häufige Eintrittsstelle für Feuchtigkeit.

    3. 3. Dichtungen und Gehäuse ansehen

      Betrachten Sie den Übergang von Boden und Glas auf sichtbare Beschädigungen oder spröde Dichtungen. Verhärtetes Material schliesst nicht mehr zuverlässig.

    4. 4. Wasserkontakt vermeiden

      Solange die Dichtheit nicht bestätigt ist, halten Sie die Uhr von Wasser, Dampf und starkem Temperaturwechsel fern, um Schäden vorzubeugen.

    5. 5. Professionelle Prüfung veranlassen

      Lassen Sie die Dichtheit mit einem Prüfgerät im Trocken- oder Nassverfahren kontrollieren, am besten begleitend zu einer Revision oder nach einem Batteriewechsel.

    Häufige Fragen

    Bedeutet 30 Meter, dass ich damit schwimmen kann?
    Nicht unbedingt. Der Wert ist eine Prüfangabe unter statischem Druck. Für Alltag und Wasserkontakt kommt es auf den tatsächlichen Zustand der Dichtungen an, der geprüft werden sollte.
    Wie oft sollte die Dichtheit geprüft werden?
    Sinnvoll ist eine Prüfung nach jedem Öffnen des Gehäuses und begleitend zu einer Revision, da Dichtungen mit der Zeit altern und ihre Wirkung verlieren.
    Kann ich die Dichtheit selbst zuverlässig testen?
    Nein. Eine belastbare Aussage liefert nur eine Trocken- oder Nassprüfung mit einem Prüfgerät. Zuhause sind lediglich grobe Sichtkontrollen möglich.

    Fragen zu Ihrer Uhr? Der erste Schritt ist die kostenlose Einschätzung – Foto genügt.

    Kostenlose Einschätzung

    Kostenlose Einschätzung in 2 Minuten – ohne Anmeldung: https://dein-uhrmacher.ch/kostenlose-einschaetzung

    Anfrage stellen

    Unverbindliche Anfrage stellen