Uhrmacher-Glossar
Fachbegriffe verständlich erklärt
A
Amplitude
Entfernung zwischen zwei Endpunkten einer periodischen Bewegung oder Erscheinung. Schwinungsweite.Winkelwert α der Bewegung eines Pendels, eines schwingenden Organs oder eines anderen periodischen Schwingungsphänomens von der Gleichgewichtsstellung a bis zu ihrem Umkehrpunkt b oder c. Es handelt sich um die maximale Schwingungsweite. Das Pendel eines Regulators hat eine geringe Winkelverschiebung von rund 2° bis 5°. Bei Präzisionsuhren überschreitet sie 1° bis 2° nicht. Je nach dem Spannungsgrad der Zugfeder und der Lage der Uhr hat die Unruh-Spiralfeder einer Uhr eine Amplitude von 180° bis 315°.
Anker
(Schweiz) Stiftankerhemmung, um Verwechslungen mit der Schweizer Ankerhemmung zu vermeiden.
Ankergabel
Kleine Gabel. In einer Ankerhemmung: e ist die Ankerstange, b die Ankergabel, f der Gabeleinschnitt, g sind die Gabelhörner. Die Ankergabel trägt den Sicherheitsstift h, der am Klötzchen k befestigt ist.
Armbanduhr
Meistens am Handgelenk getragener Schmuck. Das lange, mit Löchern versehene Bandelement a wird durch die Schnalle b mit dem kurzen Bandelement verbunden. Die beiden Bandenden werden durch Federstege, Ringe oder andere Mittel an den Hörnern, Bandanstössen oder Bandanschlüssen des Uhrgehäuses befestigt. Armbänder werden aus Gold, Silber Stahl, Leder, Häuten, Silikon oder Gewebe in einfachsten bis hin zu äusserst komplexen und vielfältigen Formen hergestellt: Milanaise, guillochiert, schlangenförmig, Chevron, Ähren, Gerstenkorn, mit Edelsteinen besetzt. Das Armband für das Tragen der Uhr verbreitete sich ab Ende des.
Armbanduhrgehäuse
Gehäuse zum Schutze des Uhrwerks gegen Staub, Feuchtigkeit und Stösse. Zudem gibt es der Uhr ein möglichst ansprechendes, von der Mode und dem Käufergeschmack beeinflusstes Aussehen. staubgeschütztes Gehäuse: wasserdichtes Gehäuse: , wasserdichte Uhr 2256, Taucheruhr.
Aufziehen der Uhr
I. Vorgang des Vereinigens der Elemente, die ein Ganzes bilden, oder eines Produkts wie des Werks einer Uhr. Kann dauerhaft sein wie das Löten der Spiralfeder oder demontierbar wie bei den meisten Bestandteilen.
Aufzug
das gängigste System, bei dem die Zugfeder durch Drehen des auf der Aufzugwelle t festgeschraubten Kronrads aufgezogen wird.
Aufzugskrone
knopfartige Rändelschraube, die man zum Aufziehen der Uhr mit Daumen und Zeigefinger fasst.
Aufzugsmechanismus
Kombination von Organen, die so angeordnet sind, dass sie eine Aufgabe erfüllen. Die Uhr ist ein Mechanismus, dessen Funktion die Anzeige der Zeit ist. Sie umfasst verschiedene Bauteile, die selber Mechanismen mit einer genau definierten Funktion sind: zum Beispiel.
Automatik
I. Bezeichnet eine Uhr mit einem Mechanismus, bei dem die Zugfeder durch die Bewegungen ihres Trägers über ein Schwungrad (Schwungmasse, Rotor), das sich frei um seine Achse dreht, aufgezogen wird. Bei modernen automatischen Uhren ist der Rotor an ein Umkehr-System gekoppelt, das den Aufzug in beiden Drehrichtungen ermöglicht. Der Rotor kann entweder zentral oder exzentrisch angeordnet sein, um die Werkhöhe zu verringern. Bei exzentrischer Anordnung spricht man von Mikrorotor.
automatischer Aufzug
selbsttätiger Aufzug der Zugfeder, wobei die Armbewegungen als Antriebskraft genutzt werden.
B
Bandanstoss
Hohles oder massives Teil von unterschiedlichen Formen, das an den Mittelteil des Uhrgehäuses angelötet wird, um daran das Armband zu befestigen. Der Bandanstoss ist manchmal gelenkig ausgeführt und mit einem Scharnier am Uhrgehäuse befestigt. Bei einem Armbanduhrgehäuse Teil g zum Befestigen der Kordel c (des Armbands). Formen von Bandanstössen: Aufgrund ihrer Form und ihrer Verzierung sind sie aus ästhetischer Sicht oft wichtiger als das Uhrgehäuse.
Breguet-Spirale
Breguet-Zeiger: Breguet-Schlüssel: Sperrschlüssel.Breguet-Zahnung: Stirnverzahnung in Sägeform.
Breguet-Zeiger
Breguet-Zeiger: Breguet-Schlüssel: Sperrschlüssel.Breguet-Zahnung: Stirnverzahnung in Sägeform.
Brücke
Teil aus Metall oder Kunststoff, in dem meistens zumindest ein Zapfen eines Drehteils der Uhr dreht. Die Brücke ist mit den Füssen a auf der Werkplatte befestigt. Die Brückenauflage b liegt auf der Werkplatte. Die Brückenfläche p ist die Platte, deren Rundung c auf Französisch «pomme» genannt wird. Der Gestaltung der Brücken wird viel Aufmerksamkeit geschenkt, um originelle und schöne Formen zu verwirklichen. Die Brücken werden meistens nach den Drehteilen bezeichnet, denen sie als Lager oder Stütze dienen, zum Beispiel Federhausbrücke, Minutenradbrücke, Wechselradbrücke, Ankerkloben.
C
Chronograph
Chronograph mit zwei Drückern (drei bei Armbanduhren) und zwei Chronographenzeigern.
Chronometer
grossformatige Beobachtungsuhr für die Seefahrt; 45 bis 65 mm Durchmesser.
Chronometerhemmung
Diese Vorrichtung, besteht aus einem Finger b, der auf der Federwelle aufgesetzt ist, und einem kleinen Rad a in Form eines Malteserkreuzes, das auf dem Federhausdeckel dreht. Dieser Mechanismus begrenzt die Anzahl Drehungen und somit den Aufzug des Federhauses. Breguet-Gesperr: Es besteht aus zwei gezahnten Rädern, wobei dasjenige mit 8 Zähnen b auf der Federwelle, das andere mit 10 Zähnen a am Federhaus befestigt ist. Beide Räder haben Vorsprünge c, welche nach 4 Umdrehungen aneinander aufstossen und die Spannung der Feder begrenzen.
D
Datumsuhr
Uhr, die in Fenstern oder mit Zeigern das Datum, den Wochentag, den Monat usw. anzeigt.
Deckglas
Element, das dazu bestimmt ist, das Zifferblatt und die Zeiger einer Uhr vor Berührung und Beschädigung zu schützen. Uhrgläser werden aus mineralischem oder organischem (Plexiglas) Glas oder Saphirglas hergestellt und kommen in zahlreichen, sehr unterschiedlichen Formen vor: plan, bombiert, facettiert, mit Lupe usw.
Drücker
Druckknopf; er dient der Auslösung oder Steuerung einer Funktion, wie es bei Chronographen und Schlagwerken der Fall ist.
E
Ebauche
Bezeichnung für einen unvollständigen Uhrwerkrohling, dem noch die Regulierorgane und gewisse Bauteile (wie Unruh, Spirale, Hemmungsteile, Zugfeder, Zifferblatt, Zeiger) fehlen.
Ewiger Kalender
eine automatische Kalenderuhr, die Datum, Tag, Monat und Mondphase unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Monatslängen und Schaltjahre korrekt anzeigt.
F
Feder
Elastisches Metallelement, das zum Antrieb, zur Kraftübertragung oder Fixierung eingesetzt wird.
Federhaus
zylindrische Trommel, die eine aufgerollte Zugfeder enthält; das Federhaus dreht sich und treibt das Räderwerk an.
Federsteg
Kleine Stange mit zwei federnden Enden, die als Verbindung zwischen dem Armband und dem Gehäuse dient. Die Federstege rasten in den Bohrungen der Bandanstösse ein.
Fliegendes Tourbillon
Tourbillon ohne obere Brücke, bei dem der Käfig nur auf einer Seite gelagert ist – dadurch ist das Tourbillon von der Zifferblattseite her sichtbar.
Frequenz
Bei einer Uhr: Zahl der Schwingungen eines Regulierorgans (Pendel, Unruh, Stimmgabel, Quarz usw.) pro Zeiteinheit.
G
Gang
Unterschied zwischen der von einer Uhr angezeigten und der tatsächlichen Zeit in einem bestimmten Zeitabschnitt. Es werden unterschieden: a) positiver Gang (Vorgang, die Uhr geht vor); b) negativer Gang (Nachgang, die Uhr geht nach).
Gangreserve
die Dauer, während der eine vollständig aufgezogene Uhr läuft, ohne erneut aufgezogen werden zu müssen. Gängige Werte sind 36 bis 72 Stunden.
Gehäuse
Schutzgehäuse eines Uhrwerks, bestehend aus Mittelteil, Gehäuseboden, Lünette und Glas. Materialien reichen von Stahl und Titan über Gold und Platin bis zu Keramik und Kohlefaser.
Genfer Streifen
Dekorative, parallele Streifenpolitur auf Uhrwerkteilen; auch «Côtes de Genève» genannt. Sie dient der Veredelung und ist ein Qualitätsmerkmal.
Gesperr
Vorrichtung die verhindert, dass sich ein Zahnrad zurückdreht; häufig am Federhaus eingesetzt, damit die Zugfeder gespannt bleibt.
Glucydur
Beryllium-Bronze-Legierung für Unruhreife, die sich durch hohe Härte, Korrosionsbeständigkeit und amagnetische Eigenschaften auszeichnet.
GMT
Abk. für Greenwich Mean Time. Eine GMT-Uhr besitzt einen zusätzlichen Zeiger, der eine zweite Zeitzone auf einer 24-Stunden-Skala anzeigt.
Grossuhr
Oberbegriff für alle ortsfesten Uhren: Wand-, Stand-, Tisch-, Turm- und Kirchturmuhren. Im Gegensatz zu tragbaren Uhren nutzen Grossuhren häufig Gewichte und Pendel als Antrieb und Regulierung.
H
Hemmung
Mechanismus zwischen Räderwerk und Regulierorgan (Unruh oder Pendel), der die Drehbewegung des Räderwerks Zahn für Zahn periodisch stoppt und freigibt. Die Hemmung überträgt dabei Energie an das Regulierorgan.
Hemmungsrad
Auch «Ankerrad» genannt. Das letzte Zahnrad des Räderwerks, das direkt mit dem Anker zusammenwirkt und so die Energieportionen an das Regulierorgan weitergibt.
I
Incabloc
Weit verbreitetes Stosssicherungssystem für Uhrwerklager. Es schützt die feinen Unruhzapfen vor Beschädigung bei Stössen durch federnd gelagerte Steine.
Isochronismus
Eigenschaft eines Schwingungssystems, bei dem die Schwingungsdauer unabhängig von der Amplitude gleichbleibt. Ein isochroner Gang ist das Ziel jeder Feinregulierung.
K
Kaliber
Bezeichnung für die Baugrösse und das Konstruktionslayout eines Uhrwerks. Häufig als Werkbezeichnung mit Nummern verwendet, z.B. ETA 2824.
Kloben
Brücke, die nur auf einer Seite mit einer Schraube an der Werkplatte befestigt ist; z.B. der Unruhkloben, der die Unruhwelle lagert.
Koaxialhemmung
Von George Daniels entwickelte Hemmung mit geringerer Reibung als die Schweizer Ankerhemmung. Wird heute vor allem von Omega eingesetzt.
Komplikation
Zusatzfunktion einer Uhr über die reine Zeitanzeige hinaus, wie Chronograph, ewiger Kalender, Minutenrepetition oder Tourbillon.
Krone
Gerippter oder geriffelter Knopf an der Gehäuseseite zum Aufziehen der Feder und zum Stellen der Zeiger. Bei wasserdichten Uhren ist die Krone häufig verschraubt.
L
Lager
Aufnahme für die Zapfen drehender Werkteile. In mechanischen Uhren bestehen die Lager meist aus synthetischen Rubinen, um Reibung und Verschleiss zu minimieren.
Lépine
Taschenuhrbauform ohne Sprungdeckel, bei der die Krone direkt über der 12 liegt. Benannt nach Jean-Antoine Lépine (1720–1814).
Leuchtfarbe
Leuchtmasse auf Zeigern und Indizes, die Lichtenergie speichert und im Dunkeln abgibt. Moderne Leuchtfarben verwenden Super-LumiNova (nicht radioaktiv).
Lünette
Ring am Gehäuseoberteil, der das Uhrglas einfasst. Kann fest, drehbar (bei Taucheruhren) oder mit Gravuren (Tachymeter, GMT-Skala) versehen sein.
M
Manufaktur
Uhrenhersteller, der sein eigenes Uhrwerk (Kaliber) vollständig im Haus entwickelt und fertigt, vom Rohwerk bis zur Endmontage.
Minutenrad
Rad, das sich einmal pro Stunde dreht und den Minutenzeiger trägt. Es bildet das Bindeglied zwischen dem Federhaus und dem restlichen Räderwerk.
Minutenrepetition
Höchste Komplikation des Schlagwerks: Auf Knopfdruck werden Stunden, Viertelstunden und Minuten akustisch durch Hammerschläge auf Tonfedern angezeigt.
Mondphase
Anzeige des aktuellen Mondstands auf dem Zifferblatt, typischerweise durch eine rotierende Scheibe mit zwei Mondgesichtern unter einer halbkreisförmigen Aussparung.
N
P
Paletten
Die beiden Rubinsteine an den Enden des Ankers (Eingangs- und Ausgangspalette), die abwechselnd in das Hemmungsrad eingreifen.
Pendel
Regulierorgan ortsfester Uhren (Grossuhren). Ein Gewicht an einem Stab oder Draht schwingt unter dem Einfluss der Schwerkraft mit gleichmässiger Periode. Das einfache Sekundenpendel hat eine Länge von ca. 994 mm.
Perlage
Kreisförmige, überlappende Poliermuster auf verdeckten Werkteilen; dient der Dekoration und Staubvermeidung.
Platine
Auch «Werkplatte». Die Grundplatte eines Uhrwerks, auf der alle Brücken, Kloben und Räder montiert werden. Beide Seiten heissen Zifferblattseite und Werkseite.
Q
R
Räderwerk
Gesamtheit der Zahnräder und Triebe, die die Kraft von der Zugfeder (oder dem Gewicht) zur Hemmung übertragen und gleichzeitig die Umdrehungszahlen übersetzen.
Räderwerkbrücke
Brücke, die mehrere Räder des Räderwerks lagert; oft in Manufakturwerken als einzelne Brücke (Dreiviertelplatine) gestaltet.
Rattrapante
Schleppzeiger-Chronograph, bei dem ein zweiter Chronographenzeiger über den ersten gelegt wird. Durch Drücken eines zusätzlichen Knopfs kann er gestoppt werden, während der erste weiterläuft – ermöglicht das Stoppen von Zwischenzeiten.
Regulierorgan
Das schwingungsfähige Bauteil, das den Takt der Uhr bestimmt. Bei tragbaren Uhren ist es die Unruh mit Spirale, bei Grossuhren das Pendel, bei Quarzuhren der Quarzkristall.
Remontoir
Mechanismus zur gleichmässigen Energieübertragung: Ein Zwischenspeicher (kleine Feder) wird periodisch vom Federhaus gespannt und gibt eine konstante Kraft an die Hemmung ab.
Repetition
Schlagwerk, das auf Betätigung eines Schiebers oder Drückers die Zeit akustisch wiedergibt. Formen: Stunden-, Viertel-, Fünfminuten- und Minutenrepetition.
Revision
Komplettservice eines mechanischen Uhrwerks: Zerlegen aller Bauteile, Ultraschallreinigung, Kontrolle und Austausch verschlissener Teile, Schmierung, Zusammenbau, Regulierung und Gangkontrolle.
Rotor
Halbkreisförmiges Schwunggewicht bei Automatikuhren. Es dreht sich frei um die Werkachse und zieht über ein Untersetzungsgetriebe die Zugfeder auf.
Rubin
Synthetischer Edelstein (Korund), der als Lagersteine in Uhrwerken verwendet wird. Rubine minimieren Reibung und Verschleiss an den Drehpunkten der Räder und der Hemmung.
Rücker
Auch «Regulierzeiger». Kleiner Hebel auf dem Unruhkloben, mit dem die wirksame Länge der Spiralfeder verändert wird, um den Gang der Uhr fein zu regulieren.
S
Saphirglas
Synthetisches Kristallglas (Korund, Härte 9 auf der Mohs-Skala), das nahezu kratzfest ist. Wird in hochwertigen Uhren für Uhrengläser und transparente Gehäuseböden verwendet.
Savonnette
Taschenuhrbauform mit Sprungdeckel (Gehäusedeckel) zum Schutz des Glases. Die Krone liegt bei 3 Uhr, das Scharnier bei 9 Uhr.
Schlagwerk
Mechanismus, der die Stunden (und ggf. Viertelstunden) durch Glockenschläge oder Tonfederschläge akustisch anzeigt. Kommt in Grossuhren und Repetitionsuhren vor.
Schleppfeder
Kleine Feder innerhalb des Federhauses, die verhindert, dass sich die Zugfeder beim Aufziehen um die Federwelle dreht, statt gespannt zu werden.
Schwanenhals-Feinregulierung
Eleganter Federmechanismus zur Feinregulierung des Rückers. Eine geschwungene Blattfeder drückt gegen eine Stellschraube und ermöglicht spielfreie Präzisionseinstellung des Gangs.
Schweizer Ankerhemmung
Die am weitesten verbreitete Hemmung in mechanischen Armbanduhren. Sie besteht aus Ankerrad, Anker mit zwei Rubinpaletten und der Ellipse auf der Unruhwelle. Die Schweizer Ankerhemmung ist rückführend und selbstauslösend.
Sekundenrad
Rad, das sich einmal pro Minute dreht und die kleine Sekunde antreibt. Es liegt zwischen Minutenrad und Hemmungsrad im Räderwerk.
Skelettierung
Kunstvolle Bearbeitung von Werkteilen, bei der möglichst viel Material entfernt wird, um den Blick auf die Mechanik freizugeben, ohne die Funktionsfähigkeit zu beeinträchtigen.
Sonnerie
Uhr mit selbsttätigem Schlagwerk, das die Stunden (und ggf. Viertelstunden) im Vorbeigehen schlägt, ohne dass ein Knopf gedrückt werden muss. Grande Sonnerie schlägt bei jeder Viertelstunde auch die Stunden.
Spiralfeder
Hauchfeine, spiralförmig gewundene Feder, die zusammen mit der Unruh das Regulierorgan tragbarer Uhren bildet. Ihre Elastizität bestimmt die Schwingungsfrequenz.
Springende Sekunde
Sekundenzeiger, der nicht gleitet, sondern in Sekundenintervallen von Strich zu Strich springt. Bei mechanischen Uhren eine Komplikation, bei Quarzuhren Standard.
Standuhr
Grossuhr in einem meist mannshohen Gehäuse, angetrieben durch Gewichte und reguliert durch ein Pendel. Gehäusestile reichen vom Barock bis zum Art déco.
Steine
Lagersteine in Uhrwerken (Rubine, Saphire), die an Reibungspunkten eingesetzt werden. Eine typische Automatikuhr hat 21 bis 28 Steine.
Stellhebel
Hebel im Aufzug- und Zeigerstellmechanismus, der zwischen Aufzugposition und Zeigerstellposition umschaltet, wenn die Krone gezogen wird.
Stosssicherung
System zum Schutz der empfindlichen Unruhzapfen bei Erschütterungen. Bekannteste Systeme: Incabloc und Kif. Die Lagersteine sind federnd aufgehängt und weichen bei Stössen aus.
T
Tachymeter
Skala auf der Lünette oder dem Zifferblatt eines Chronographen zur Messung von Geschwindigkeiten über eine bekannte Distanz (meist 1 km oder 1 Meile).
Taschenuhren
Tragbare Uhr, die ursprünglich in der Westentasche getragen wurde. Bauformen: Savonnette (mit Deckel), Lépine (ohne Deckel). Durchmesser typischerweise 40–55 mm.
Tischuhr
Kleinere ortsfeste Uhr, die auf Tischen, Kaminsimsen oder Regalen steht. Antrieb über Zugfeder oder Batterie, teilweise mit kunstvollen Gehäusen und Komplikationen.
Totalisator
Kleine Hilfszifferblätter (Subdials) auf dem Zifferblatt eines Chronographen, die verstrichene Minuten und Stunden der Stoppzeitmessung aufsummieren.
Tourbillon
Von Abraham-Louis Breguet 1801 patentierte Komplikation. Die gesamte Hemmung samt Unruh dreht sich in einem Käfig, um Lageabhängigkeiten des Gangs auszugleichen.
Trieb
Kleines Zahnrad mit wenigen Zähnen (Triebblättern), das fest auf einer Welle sitzt und mit einem grösseren Rad kämmt, um die Drehzahl zu übersetzen.
Turmuhr
Grossuhr in Kirch- oder Rathaustürmen mit schwerem Pendel und Gewichtsantrieb. Zifferblätter können mehrere Meter Durchmesser haben.
U
Uhr
Gerät zur Messung und Anzeige der Zeit. Mechanische Uhren nutzen eine Zugfeder oder Gewichte als Energiequelle, eine Hemmung zur Regulierung und Zeiger oder Ziffern zur Anzeige.
Uhrmacher
Handwerker, der mechanische und elektronische Zeitmessgeräte repariert, wartet und restauriert. In der Schweiz ein anerkannter Lehrberuf (EFZ).
Uhrwerk
Gesamtheit aller mechanischen Bauteile, die den Lauf und die Anzeige der Zeit ermöglichen: Energiespeicher (Federhaus), Räderwerk, Hemmung, Regulierorgan und Zeigerwerk.
Unruh
Kreisförmiges Schwungrad, das zusammen mit der Spiralfeder das Regulierorgan tragbarer mechanischer Uhren bildet. Die Unruh schwingt mit einer definierten Frequenz (meist 3 oder 4 Hz) hin und her.
Unruhreif
Der eigentliche Ring (Reif) der Unruh, dessen Masse und Durchmesser die Schwingungsfrequenz mitbestimmen. Materialien: Glucydur, Gold, Nickel oder Silizium.
Unruhwelle
Feine Stahlwelle, auf der die Unruh und die Spiralfeder montiert sind. Ihre Zapfen drehen in den Lagersteinen des Klobens und der Werkplatte.
V
W
Wanduhr
Ortsfeste Uhr, die an der Wand befestigt wird. Antrieb durch Gewichte, Zugfeder oder Batterie. Formen: Pendeluhr, Kuckucksuhr, Comtoise usw.
Wasserdichtigkeit
Fähigkeit eines Uhrengehäuses, das Eindringen von Wasser zu verhindern. Angaben in bar, ATM oder Metern (z.B. 10 bar ≈ 100 m). Regelmässige Dichtigkeitsprüfung empfohlen.
Wechselrad
Rad im Zeigerwerk, das die Übersetzung zwischen Minuten- und Stundenzeiger herstellt (Verhältnis 1:12).
Welle
Drehbare Achse, auf der Räder, Triebe oder andere Bauteile befestigt sind. Beispiele: Federwelle, Aufzugwelle, Unruhwelle.
Werkplatte
Hauptplatte des Uhrwerks (auch Platine), auf der sämtliche Brücken, Kloben und Lager montiert werden. Zifferblattseite und Werkseite sind die beiden Hauptflächen.
Z
Zapfen
Die dünnen, polierten Enden einer Welle oder Achse, die in den Lagersteinen drehen. Die Zapfen der Unruhwelle sind besonders fein (ca. 0,07 mm Durchmesser).
Zeiger
Auf einer Welle befestigtes Anzeigeelement, das über das Zifferblatt rotiert und Stunden, Minuten oder Sekunden anzeigt. Formen: Dauphine, Breguet, Schwert, Stabzeiger u.a.
Zeigerwerk
Rädersatz auf der Zifferblattseite, der die Übersetzung von der Minutenrad-Drehung auf die Stunden- und ggf. weitere Zeiger herstellt.
Zifferblatt
Scheibe mit Zeitindizes, Ziffern und ggf. Hilfszifferblättern, die die abgelesene Anzeige der Zeit ermöglicht. Materialien: Messing, Email, Perlmutt, Meteorit u.a.
Zugfeder
Aufgerollte Bandfeder im Federhaus, die als Energiespeicher dient. Beim Aufziehen wird sie gespannt; beim Abwickeln treibt sie über das Räderwerk die Uhr an.
Zwischenrad
Rad, das lediglich die Drehrichtung umkehrt oder eine Distanz zwischen zwei Rädern überbrückt, ohne das Übersetzungsverhältnis zu ändern.